Vorwort von der Autorin
Jede Nacht bringt Sophie näher an das Rätsel, das sie unweigerlich verschlingt. Was mit einem Flüstern im Nebel begann, entwickelt sich zu einem Netz aus Zeichen, Stimmen und Gestalten, die mehr über sie zu wissen scheinen, als sie selbst.
Manche Geheimnisse sind verlockend – andere gefährlich. Doch Sophie hat sich entschieden, weiterzugehen.
– Anisa Harting
Ich hätte nie gedacht, dass Worte auf Papier mich so weit treiben würden.
Und doch bin ich zurückgekehrt. Wieder im Nebel, wieder allein, wieder von diesem Gefühl begleitet, dass ich beobachtet werde.
Diesmal führte mich der Weg an eine alte Mauer, fast unscheinbar, als gehörte sie zu einem Haus, das längst niemand mehr bewohnt. Doch auf dem grauen Stein prangte ein Symbol – frisch gezeichnet, obwohl der Regen alles andere längst verwischt hatte.
Es war ein Kreis, durchzogen von Linien, die wie ein Netz wirkten. In der Mitte: ein Auge.
Und unter dem Auge standen Worte, die in meiner Kehle nachklingen:
„Du bist bereits Teil von uns.“
Ich weiß nicht, wer sie sind.
Ich weiß nicht, warum ausgerechnet ich auserwählt wurde.
Aber als meine Finger das kalte Gestein berührten, hatte ich das Gefühl, dass das Symbol sich bewegte – nur für einen Moment, als würde es leben.
Ein Schauer lief mir über den Rücken, doch gleichzeitig fühlte ich dieses unbändige Ziehen, tiefer einzutreten in die Schatten, die mich rufen.
Ich hätte fliehen können.
Ich habe es nicht getan.
– Sophie

